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Was ist MCP

Diese Seite erklärt, wie ein Sprachmodell an Daten aus Ihren eigenen Systemen kommt. Sie richtet sich an IT-Verantwortliche, die den Begriff MCP noch nie gehört haben, und legt die Grundlage für alle weiteren Seiten dieses Kapitels.

Ein Sprachmodell kennt nur, was in seinem Trainingsmaterial stand, und was im laufenden Gespräch steht. Es weiss nichts über Ihre Kunden, Ihre Rechnungen oder Ihre Geräte. Damit es solche Fragen beantworten kann, braucht es einen Weg, während des Gesprächs bei einem Ihrer Fachsysteme nachzufragen.

Genau dafür gibt es das Model Context Protocol, kurz MCP. Es ist eine gemeinsame Sprache dafür, wie ein Chat-System einem Fachsystem Fragen stellt und Antworten zurückbekommt. MCP ist ein offener Standard mit öffentlicher Spezifikation, ursprünglich von Anthropic veröffentlicht und inzwischen von vielen Herstellern übernommen. Es ist keine Erfindung von EU Cowork AI, und Sie binden sich damit nicht an uns.

Für Sie heisst das zweierlei. Erstens: Für viele verbreitete Produkte existiert bereits ein fertiger MCP-Server, den Sie anschliessen können. Zweitens: Was Sie einmal für EU Cowork AI bauen, funktioniert auch mit anderer Software, die MCP spricht.

Werkzeug. Ein Werkzeug ist eine einzelne, klar umrissene Fähigkeit. Es hat einen technischen Namen, eine Beschreibung in Prosa und eine Liste von Parametern. Eine Anbindung an ein Monitoring-System hätte zum Beispiel ein Werkzeug, dessen Aufgabe darin besteht, Geräte nach einigen wenigen Merkmalen zu suchen. Ein Werkzeug ist immer eine Aktion, nie ein ganzes System.

Konnektor, technisch MCP-Server. Ein Konnektor ist ein kleiner Dienst, der eine Sammlung von Werkzeugen anbietet und dahinter mit dem eigentlichen Zielsystem spricht. In dieser Dokumentation nennen wir ihn Konnektor, weil das für Nicht-Entwickler verständlicher ist. In der Konfiguration und im Admin-Panel heisst er MCP-Server.

Client. Der Client ist die Seite, der die Werkzeuge angeboten werden und die sie aufruft. Bei uns ist das LibreChat, die Chat-Schicht von EU Cowork AI.

Ein Konnektor ist häufig eine Brücke: Das Zielsystem selbst spricht kein MCP, sondern hat nur eine gewöhnliche Programmierschnittstelle. Der Konnektor übersetzt dann zwischen beiden Welten. So funktionieren die meisten Anbindungen an ein ERP, ein Monitoring-System oder ein Ticketsystem.

Ein Beispiel: „Welche offenen Rechnungen hat Kunde X?“

Abschnitt betitelt „Ein Beispiel: „Welche offenen Rechnungen hat Kunde X?““

Ohne Konnektor kann das Modell diese Frage nicht beantworten. Es weiss nicht, wer Kunde X ist, und es hat keinen Zugang zu Ihrer Buchhaltung. Mit angebundenem ERP-Konnektor läuft Folgendes ab:

  1. Die Person stellt die Frage im Chat.
  2. Zusammen mit der Frage bekommt das Modell die Liste der freigegebenen Werkzeuge, jeweils mit Namen und Beschreibung. Darunter sind die Werkzeuge des ERP-Konnektors.
  3. Das Modell entscheidet, dass es die Frage nicht aus eigenem Wissen beantworten kann, und ruft ein Werkzeug auf, etwa „Datensätze suchen“ mit dem Kundennamen als Filter.
  4. Bevor der Aufruf den Konnektor erreicht, wird geprüft, ob diese Person diesen Konnektor überhaupt benutzen darf. Die Entscheidung wird protokolliert.
  5. Ist der Aufruf erlaubt, fragt der Konnektor beim ERP nach und gibt das Ergebnis als Text zurück.
  6. Das Modell liest das Ergebnis, ruft bei Bedarf ein zweites Werkzeug auf, etwa „Datensatz lesen“ mit der gefundenen Kundennummer, und formuliert daraus die Antwort.

Wichtig an diesem Ablauf: Das Modell entscheidet, welches Werkzeug es aufruft, aber es bestimmt nicht, was es darf. Die Grenze zieht die Rechteprüfung davor und das Zielsystem dahinter. Ein Modell kann sich keine Rechte ausdenken, die es nicht hat.

Jeder Konnektor muss sich beim Zielsystem anmelden. Dafür gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Wege, und die Wahl entscheidet darüber, wo die Berechtigungsgrenze liegt.

Anmeldung pro Person Dienstkonto
Wer meldet sich an jede Person mit dem eigenen Konto ein einziges technisches Konto für alle
Wer kennt die Rechte das Zielsystem selbst das Zielsystem kennt nur das Dienstkonto
Berechtigungsgrenze die Rechte der Person im Zielsystem die Freigaben in EU Cowork AI plus die Rechte des Dienstkontos
Feinheit bis auf Dokument- und Feldebene bis auf Konnektor- und Werkzeugebene
Typisch für Dateiablage, Dokumentenmanagement, Cloud-Speicher ERP, Warenwirtschaft, Buchhaltung, Monitoring

Anmeldung pro Person bedeutet: Beim ersten Gebrauch wird die Person zum Anmeldedialog des Zielsystems geschickt, bestätigt dort den Zugriff, und der Konnektor arbeitet ab dann mit ihrem persönlichen Zugang. Wer in Ihrer Dateiablage einen Ordner nicht sehen darf, sieht ihn auch im Chat nicht. Das Zielsystem bleibt die massgebliche Instanz, und Sie müssen die Rechte nicht ein zweites Mal nachbauen.

Dienstkonto bedeutet: Der Konnektor hält einen einzigen Schlüssel und meldet sich für alle gleich an. Das Zielsystem sieht nur dieses eine Konto und kann deshalb nicht zwischen Ihren Mitarbeitenden unterscheiden. Die Trennung muss dann davor passieren, über die Freigaben in EU Cowork AI.

Ein Konnektor ist nicht gratis, auch wenn er nichts kostet. Der Werkzeug-Katalog, also Name, Beschreibung und Parameter jedes Werkzeugs, wird dem Modell bei jeder einzelnen Nachricht mitgeschickt. Er belegt also dauerhaft Platz im Kontext und wird bei jedem Aufruf mitbezahlt.

Die Grössenordnung ist erheblich. Ein umfangreicher Konnektor kann leicht über hundert Werkzeuge anbieten und damit einen beträchtlichen Teil des verfügbaren Kontexts belegen, bevor die erste Frage gestellt ist. Auf die Werkzeuge beschränkt, die der Anwendungsfall tatsächlich braucht, bleibt davon oft nur ein kleiner Bruchteil übrig.

Dazu kommt ein zweiter Effekt: Je mehr ähnlich klingende Werkzeuge im Katalog stehen, desto häufiger greift das Modell zum falschen. Wenige, klar benannte Werkzeuge liefern also nicht nur günstigere, sondern auch bessere Antworten.